Impressum
Aktuelles MAF
Vereinsleben Hugo Ruppe
Oldtimer und Co Markranstädt
Geschichte Projekt MAF
Kontakt
Via Regia Classic Geschichte | Hugo Ruppe
Vereinstreffen Ziegelstraße 01.06.2012, 19:00 Uhr
Auf den Spuren sächsischer Automobile ... Helfen Sie uns, ein Stück der Vergangenheit zu bewahren...
Lesen Sie mehr!

Hugo Ruppe

Hugo Ruppe wurde am 15.08.1879 als Sohn von Berthold Ruppe, dem Fabrikanten und Mitbegründer des Mitteldeutschen Automobilclubs, in Apolda geboren. Nach seinem abgeschlossenen Maschinenbaustudium in Ilmenau arbeitete er im väterlichen Betrieb in Apolda.

Mit 23 Jahren bereits baute er sein erstes Motorrad, das schon große Ähnlichkeit mit einem motorisierten Fahrrad hatte. Es wurde 1903 in der Öffentlichkeit als "Apoldania" vorgestellt.

1907 verließ Hugo Ruppe das väterliche Unternehmen, um 1908 in Markranstädt seine eigene Automobilfabrik, die "MAF", zu eröffnen. Ab 1908/ 09 produzierte er in Markranstädt, auf der Grundlage seiner bisherigen Erfahrungen, "MAF"-Kleinwagen. Eine Hand voll erfahrener Facharbeiter aus Apolda standen ihm dabei mit Rat und Tat zur Seite.

Trotz seiner Begabung und seines Talents als Erfinder und Techniker fehlte Hugo Ruppe der Sinn fürs Geschäft. Das führte dazu, dass 1911, nach "nur" drei Jahren Produktion, die "MAF" bereits vor dem Aus stand. Durch eine Finanzgruppe wurde das Werk gerettet und firmierte ab da als "Markranstädter Automobilfabrik vormals Hugo Ruppe GmbH".

Von 1914-18 musste Hugo Ruppe Kriegsdienst im I. Weltkrieg leisten. Er kehrte danach jedoch nicht nach Markranstädt zurück.

1919 ging er nach Zschopau, wo er seinen bekannten Spielzeugmotor "Des Knaben Wunsch" entwickelte. Mit seinem Fahrradhilfsmotor "Das Kleine Wunder" erreichte er den Durchbruch der Firma "DKW". Trotz des Erfolges verließ er 1922 "DKW" und gründete in Berlin die "Berliner Kleinmotoren AG".

Und wieder stellte er seine großartigen Fähigkeiten unter Beweis: Er entwickelte ein kleines leichtes Motorrad mit
129 cm³ Hubraum, das mit einem Kolbenlader ausgestattet war. Es war das erste Motorrad mit einem aufgeladenen Motor, einem Zweitakt-Einzylinder. Dennoch musste Hugo Ruppe 1925 auch mit dieser Firma die Produktion einstellen. Grund dafür war die Inflation in Deutschland.

Noch im selben Jahr ging Hugo Ruppe in die Tschechoslowakei, wo er die Firma "Kaehler & Ruppe" gründete. Dort baute er seine bewährten "Bekamo"-Triebwerke in sogenannte TX-Rahmen ein. Doch trotz vielversprechender Weiterentwicklungen wurde "Kaehler & Ruppe" Anfang der 30er Jahre ein Opfer der Weltwirtschaftskrise.

Die "MAF" war zu dieser Zeit schon längst am Ende. Nach Aufenthalten in Hainichen und später in Festenberg (Schlesien), kehrte Hugo Ruppe 1945 als Flüchtling vor der Roten Armee nach Zschopau zurück. Dort starb er, dieser verdienstvolle Motoren- und Automobilkonstrukteur, 1949 völlig verarmt und vergessen. Nach Markranstädt kehrte er bis zu seinem Tod nicht ein einziges Mal zurück.

Linda Polenz