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Vereinstreffen Ziegelstraße 01.06.2012, 19:00 Uhr
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Auf den Spuren sächsischer Automobile ...
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MAF
Die Geschichte der Markranstädter Automobilfabrik, kurz "MAF" genannt, reicht zurück bis ins Jahr 1907,
als Hugo Ruppe die Firma gründete und die Werkhallen in der Ziegelstraße 12/ 14 in Markranstädt errichten
ließ. In den, heute noch stehenden, Hallen wurden von Anfang an "MAF"- Kleinwagen mit luftgekühlten
Viertaktmotoren gebaut, die einen beachtlichen Abnehmerkreis und eine zahlreiche Anhängerschaft hatten.
Anfangs noch mit 12 PS- Motoren (1192 cm³) ausgestattet, wurden bis zum I. Weltkrieg auch Autos mit
14 bis 25 PS- Motoren (1310- 2100 cm³) gebaut. National, wie international waren die Autos aus
Markranstädt durch ihre zahlreichen Teilnahmen an verschiedenen Veranstaltungen bekannt geworden.
Bei der ADAC- Jubiläumsfahrt gingen drei "MAFs" an den Start, von denen einer eine Gold- und einer eine
Bronzemedaille mit nach Hause nahm.
Auch die viertägige Alpenzuverlässigkeitsfahrt im Mai 1911 bereitete den Fahrzeugen aus Markranstädt keine
Probleme. Über 1426 km und über sieben Pässe schafften es die Teilnehmer ins Ziel. 1913 wurde
ein "MAF" sogar Sieger seiner Klasse auf der legendären Brookland- Bahn in London.
Bereits 1911 allerdings geriet Hugo Ruppe in Zahlungsschwierigkeiten und musste Konkurs für seine Firma
anmelden. Die Produktion der "MAFs" stand vor dem Aus. In letzter Sekunde fand sich eine Finanzgruppe,
die das Werk ankaufte und die Produktion fortsetzte. Der "MAF" war gerettet. Hugo Ruppe, vormals alleiniger
Eigentümer der Firma, wurde technischer Direktor und leitender Konstrukteur. So wurde aus der "MAF" die
"Markranstädter Automobilfabrik vormals Hugo Ruppe GmbH".
Zum Beginn des I. Weltkrieges 1914 wurden Hugo Ruppe und sein kaufmännischer Direktor zum Kriegsdienst
einberufen und auch die Produktion in Markranstädt musste den militärischen Forderungen angepasst werden.
So wurden vor allem Fahrzeuge repariert und Aggregate sowie Fahrzeuge für Heereszwecke gebaut. Nach Ende
des Krieges 1918 kehrte Hugo Ruppe nicht nach Markranstädt zurück.
Nach Kriegsende blieben die Kunden in Markranstädt aus, so dass die Werbung für die "MAF"- Kleinwagen
verstärkt werden musste. Leider blieb auch das ohne Erfolg. Auch die Bemühungen eine Zugmaschine,
"Eisernes Pferd" genannt, auf dem Markt zu bringen, scheiterten. Bei Versuchen mit dem Zwei-Scharpflug
konnte sich der 25 PS-Motor nicht bewähren. Erneut stand die Firma vor dem Aus.
1921 kauften die "Apollo"-Werke aus Apolda die Werke auf, was aber gleichzeitig bedeutete, dass von da an keine
"MAF"-Wagen mehr produziert wurden. Stattdessen begann man mit der Serienfertigung des 4/ 20 PS- Typs "Apollo".
Bald kam auch Apolda in Schwierigkeiten, so dass der Untergang der beiden Werke nicht mehr aufzuhalten war.
1925 musste die "MAF" schließen, 1928 folgte Apolda.
Linda Polenz
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